225 Jahre Freimaurerlogen in Rudolstadt

Seit 1992 existiert wieder eine Freimaurerloge

Rudolstadt – In Rudolstadt wurden bereits 1763 zwei freimaurerische Schriften gedruckt, zum einen die „Ode auf den zu Hubertusburggeschlossenen Frieden“ und zum anderen „Der Mensch“. Diese Lehrstücke dienten dem Autor Carl Gerd von Ketelhodt zum Unterricht in einer Loge, deren Mitglied er war. Was für eine Loge es war und wo sie arbeitete, dafür gibt es bisher noch keine Zeugnisse.

Am 8. Dezember 1775, einen Tag nach dem Arbeitsbesuch des jungen Herzogs Carl August aus Weimar in der hiesigen Residenz, trafen sich die in Rudolstadt ansässigen Freimaurer der Weimarer Loge zu ihrer ersten protokolierten Zusammenkunft im Gasthof „Zur Güldenen Gabel“ in der heutigen Schillerstraße.

Laut Konstitutionsurkunde vom 18. März 1785 wurde die Loge „ Günther zum stehenden Löwen“ errichtet. Deren Bezeichnung verschmilzt den Namen des damals in Schwarzburg-Rudolstadt regierenden Fürsten Ludwig Günther mit dem Wappentier, dem stehenden Löwen. Der damals regierende Fürst Ludwig Friedrich II gehörte zu den Mitgliedern dieser Loge, der er kurz nach seinem Regierungsantritt beitrat. Seine Aufnahme erfolgte durch den Hammerführenden Meister Bruder von Beulwitz. Für die Loge begann eine Blütezeit. Prominentestes Mitglied wurde 1794 der an der Jenaer Universität lehrende Philosoph Johann Gottlieb Fichte. Von dem Fürsten war der Loge „Günther zum stehenden Löwen“ in seinem Stadt-, ehemaligem Prinzenschloss „Ludwigsburg, heute Thüringer Rechnungshof, eine Heimstätte angewiesen, die ihr auch nach dem Ableben des Fürsten genutzt werden konnte. Ab dem Jahre 1829 ruhte die Loge gänzlich. Erst ab dem Jahre 1857 suchte der Hofdruckereibesitzer Bruder G. Froebel die wenigen, zerstreut in der Region lebenden Brüder Freimaurer zusammen. Laut der Konstitutionsurkunde vom 14. September 1859 wurde die Loge „Günther zur Eintracht“ neu errichtet. Der in dieser Zeit in Rudolstadt regierende Fürst trug wiederum den schwarzburgischen Leitnamen und zu Ehren von Friedrich Günther erhielt die Loge ihren Namen. Nach fast 60-jähriger Unterbrechung der Freimaurertätigkeit in Rudolstadt ist am 6. September1992 im Grünen Salon der Heidecksburg die Loge „Günther zur Eintracht“ errichtet worden. Im Jahr 2012 begehen die Freimaurer von Rudolstadt das 20-jährige Bestehen der Loge nach ihrer Reaktivierung.