Aktuelle Themen

Freimaurerische Stiftungsfeste

248. Stiftungsfest der Johannisloge

“Am Dienstag, 23.10.2018 begeht die Johannisloge Zur goldenen Kugel ihr 248. Stiftungsfest“ (feierliche Stiftungsfestarbeit mit anschl. Tafelloge). Es ist eine Tradition der Logen, bei runden Stiftungsfesten eine Festschrift herauszugeben, in der die Geschichte der Loge niedergeschrieben ist.

250-jähriges Jubiläum

Die Zeit läuft schnell und um allen Interessierten eine Planungssicherheit zu geben: Am Wochenende 17./18.10.2020 begeht die Joh.-Loge “Zur goldenen Kugel“ feierlich ihr 250-jähriges Jubiläums-Stiftungsfest sowie einen entspr. Festakt.“ Genaueres wird noch rechtzeitig bekanntgegeben.

Freimaurer

Freimaurer !    Wer sind sie?  Was wollen sie?  Was sind ihre Ziele?

„Wir sind eine Vereinigung, die es jedem einzelnen Mitglied ermöglicht, so an sich zu arbeiten, daß das daraus entstehende „Positivum“ auf andere Menschen ausstrahlt und auf sie wirkt in der Form, daß eben jene andere Menschen sich diesen „verbesserten“ Mitmenschen, ob ihres vorbildlichen Lebenswandels und ihrer Ausstrahlung zum Vorbild nehmen.“

Damit ist bereits Antwort auf alle drei o.a. Grundsatzfragen gegeben.

Nur -sehr geehrte Damen und Herren die Sie unsere Homepage besuchen- möchten wir Sie damit nicht abspeisen, denn als informative Antwort wäre diese Kost wirklich ein bisschen mager, wobei doch die Thematik  > Freimaurerei<  viele  „mehrgängige und schmackhafte Menues“ anzubieten hat.

Zunächst ganz kurz zur Historie. In den Chroniken dokumentiert und mit königlich abgesegneten Statuten ausgestattet, existiert die „Moderne Freimauerei“ seit 1717, als in London vier einzelne Logen die erste Großloge gründeten.  Im Jahre 1723 erhielt diese Großloge ihre eigene Gesetzgebung, die sogenannten „Alten Pflichten“.

Einzelne Logen gab es schon sehr viel früher und die Wurzeln der freimaurerischen Lehrinhalte haben eine mehrtausendjährige Vergangenheit, sind aber immer noch aktuell.

Die Freimaurerei ist kein – in ein Dogma eingebundenes – auf vorgeschriebenen Grundsätzen errichtetes Denk- bzw. Lehrgebäude.

Sie erhebt auch keinen Anspruch allumfassend zu sein und schon gar nicht, den „Stein der Weisen“ zu besitzen, um somit immer und auf alles die richtigen Antworten parat zu haben. Auch sind wir keine Ersatzkirche im Wettbewerb zu den etablierten Kirchen; wir missionieren nicht.

Die Freimaurerei gibt Hilfestellung zur “Gestaltung meines Selbst“.  Sie gibt mir die Werkzeuge und das Rüstzeug, welches ich benötige um aus mir einen – gemäß der Wertigkeit unserer ethischen und moralischen Weltanschauung -, einen besseren, charakterlich gefestigteren, tugendhafteren Menschen zu machen, dessen Bestreben es ist, mit Toleranz und mehr Verständnis, mit mehr Warmherzigkeit und mit Nächstenliebe auf andere Menschen zuzugehen. Das Prägen einer solchen Lebenshaltung ist es, was wir in unseren Logen lernen wollen I können I sollen … !

Dieses Arbeiten an sich selbst, geschieht in unseren Logen im Rahmen von sogenannten Tempelarbeiten nach bestimmten Ritualen entsprechend verschiedenen Erkenntnisstufen, wobei wir uns mit vielfältigen Symbolen und deren Aussagekraft beschäftigen.

Diese Symbole wurden größtenteils mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften entnommen (z.B. Zirkel, Winkelmaß, Hammer, Senkblei um nur einige zu nennen).

Die Steinmetzbruderschaften waren in sogenannten Dombauhütten (engl. Lodges) organisiert, in denen sie ihre architektonischen – handwerklichen Kenntnisse gegenseitig austauschten, vertieften und erweiterten. Nachdem die große Bautätigkeit der Gotik ihrem Ende zuging, wurden in diese Dombauhütten auch berufsfremde Mitglieder aufgenommen. Diese wurden die „angenommenen Maurer“, welche keine aktive, keine operative, sondern eine spekulative Maurerei betrieben.

Die „moderne Freimaurerei“ war somit geboren.

Wie schon erwähnt: Nach den Geburtsstätten in England breitete sich diese Entwicklung zunächst in Frankreich, Skandinavien, dann in ganz Europa aus und in der Entdecker- und Kolonialzeit schließlich in alle Welt.

Natürlich wurde die Existenz solcher Einrichtungen  -der Logen-  damals von den feudalistischen Herrschern -und auch dem Klerus- nicht gerade begrüßt, ja vielfach sogar bekämpft (auch in Hamburg gab es Versammlungsverbote); waren sie doch Geburtsstätten „Freien Denkens“,  woraus sich für die Obrigkeit die Gefahr einer Rebellion oder zumindest die Forderungen nach Regierungsreformen ergeben könnten.

Zu recht ! Denn die französische Revolution und die amerikanischen Unabhängigkeitskriege hätten ohne die Freimaurerei gar nicht stattgefunden bzw. einen ganz anderen Verlauf genommen.

Liberte‘ , Egalite‘, Fraternite‘  =>  Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Das waren damals die Schlagworte der Revolution und sie gehören auch heute noch zu den Grundsatzaussagen der Freimaurerei.

Etwas zur jetzigen Organisation:

Nachdem 1935 durch die Naziherrschaft die Freimaurerei verboten wurde, erfolgte nach dieser „Dunklen Zeit“ durch die Genehmigungen der westlichen Besatzungsmächte der Wiederaufbau, die sogenannte „Lichteinbringung“ in die Freimaurerlogen, die sich 1958 -auf Initiative des Br. Theodor Vogel- in einer Magna Charta als 5 Großlogen unter dem Dach der „Vereinigten Großlogen von Deutschland (der VGL) zusammenschlossen; als da sind:

  1. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer (A.A.M.)
  2. Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLLFvD)
  3. Die Große National-Mutterloge zu den 3 Weltkugeln (GNML 3WK)
  4. Grand Lodge of British Freemason in Germany (GL BFG)
  5. American-Canadian Grandloge of Freemason in Germany (AC GL)

Diese 5 „regulären“ international anerkannten Großlogen haben zwar alle etwas verschiedene Lehrarten, jedoch ist die Zielrichtung bei allen gleich, nach dem Motto:

Viele Wege führen zum Ziel !

Manche sagen zwar, diese Vielfalt würde trennend wirken und ein Konkurrenzdenken unter den Großlogen hervorrufen; ich aber bin der Meinung, daß eben diese Vielfalt eher bereichernd wirkt, da sie Platz für verschiedene Weltanschauungen und somit für jeden Gusto etwas bietet. 

Gerne nehmen wir Stellung zu zwei Fragen, welche Ihnen noch auf der “Seele brennen“:

Was ist das freimaurerische Geheimnis ?

und

Warum – erst in jüngster Zeit-  Frauen in der Freimaurerei ?

 Freimaurerisches Geheimnis:

Natürlich gibt es ein solches, aber dahinter verbirgt sich das Gewicht und der Inhalt von initiatorischen Geheimnissen. Es sind die Inhalte und die Wirkungen unserer Rituale, welche wir verwenden um den Menschen auf den Weg zur Selbstfindung und dadurch zur Verbesserung der eigenen Persönlichkeit zu führen und die er ganz individuell empfindet, verarbeitet und für den jeweiligen Logen-Bruder und Logen- Schwester ganz bestimmte Aussagen enthalten.

Dieses persönliche Erlebnis, das Empfinden der rituellen Arbeiten, die Wirkung der  Brüderlichkeit in unseren Logen, das und nur das (!) …ist unser frm. Geheimnis.

Hier spricht für sich selbst, daß wir Nichtfreimaurern unsere rituellen Inhalte nicht preisgeben, weil sie diese nicht verstehen, oftmals falsch interpretieren und auslegen würden. Darüber hinaus würde man potentiellen Neu-Mitgliedern (sogenannte Suchende) wichtige Erlebnisse und Erfahrungen vorwegnehmen, ähnlich wie, wenn man einem Kind einen Tag vor dem Heiligen Abend sagt, was es einen Tag später auf dem Gabentisch finden würde. Die Freude und die Begeisterung am Weihnachtsabend wäre dahin. Es gäbe keine leuchtenden Kinderaugen.

Zum Thema Frauen und Freimaurerei:

Für die alten Werkmaurer waren Bauleistungen unstrittig reine Männersache und in den Bauhütten des Mittelalters versammelten sich die Bruderschaften unter sich.

An weibliche Maurer wurde zu der Zeit kein Gedanke verschwendet. Auch die moderne spekulative Freimaurerei war – damals eine Selbstverständlichkeit – gleichfalls reine Männersache. Aber schon zu Goethes Zeiten war die weibliche, die feminine Freimaurerei ein Diskussionsthema und gegen Ende des 19.Jahrhunderts gab es die ersten Gründungen von Frauen- und von gemischten Logen, die jedoch international und aus einem jahrhundertealtem Traditionsverständnis heraus –von den etablierten- Grosslogen nicht als „reguläre“ Freimaurerlogen anerkannt werden.

Wir selbst aber hegen die Hoffnung, dass es eines Tages so kommen wird.

Mann und Frau sind zwar gleichwertig, aber nicht gleichartig, woraus sich die Notwendigkeit ergibt, daß beide Geschlechter Freiräume brauchen, wo sie unter ihresgleichen sind. Es ist aber bei weitem nicht so, daß wir unsere Ehe- Frauen /Partner-innen generell von unserer Arbeit am  „Rauhen Stein“ ausschließen. Es gibt viele Anlässe, in denen wir unsere Ehefrauen / Partnerinnen (von uns Logen-Brüder auch Schwestern genannt) weitestgehend in unsere Aktivitäten mit einbeziehen.

Aber mittlerweile gibt es ja hier in Hamburg sehr aktive Freimaurerlogen für Frauen, und auch “gemischte“ Logen, die hier in diesem Hause arbeiten und wirken, was beweist, daß diese femininen Logen von den traditionellen „regulären“ Großlogen toleriert werden.

=> Hier in der Moorweidenstraße haben wir 4 Logen, in denen Frauen arbeiten können. Davon sind 3 sogenannte “gemischte Logen“ d.h. Männer und Frauen gemeinsam, mit der Großloge HUMANITAS an der Spitze. Nur eine Loge, die “ISIS und OSIRIS“, ist nach ihrer Satzung eine Loge ausschließlich von Frauen oder für Frauen mit der FGLD als zuständige Großloge <=

Beide Strömungen können nebeneinander existieren, ohne in einen fundmentalist-ischen Geschlechterkampf ausarten zu müssen, nach dem Motto:

„Es gilt eine der letzten Männerbastionen zu knacken“ – einerseits
und die Aussage:  „Freimaurerei ist nichts für Frauen“ – andererseits.

Wir beenden diese Ausführungen mit einem Ausspruch von Werner Heisenberg, der schon Auskunft darüber gibt,  womit wir uns bei unseren frm. Arbeiten vorrangig befassen:

Der Raum, in dem sich der Mensch als geistiges Wesen entwickelt, hat mehr Dimensionen als die eine, in der er sich während der letzten Jahrhunderte ausgebreitet hat „.